...saß ich in einem Hörsaal an der Uni in einer Vorlesung zur Trinitätstheologie in Systematisch-theologischer Perspektive. Es war recht voll im Hörsaal, mitten im Semester. Und schon hörte man immer wieder die Frage, was wohl alles klausurrelevant sei…. Trinitätstheologie. Ein zunächst recht suspekter Gedanke, 3=1. Wie kann das ein vernünftiger Mensch glauben? Zwischen den gesamten dogmengeschichtlichen Hintergründen, Darstellungen von Streitigkeiten der verschiedenen theologischen Lager und so weiter war da aber ein Gedanke, der mich nicht mehr losließ. Es war der Gedanke, dass Gott die unbedingte, vollkommene Liebe ist. In Gottes trinitarischem Wesen ist durch die verschiedenen Personen schon jede Andersheit eingeschrieben, die unbedingte Liebe erst möglich macht. Denn Liebe ist nie vollkommen, wenn sie sich nur auf sich selbst bezieht. Unbedingte Liebe bezieht sich auf den anderen und lässt ihn gelten so wie er ist. Noch größer wird sie, wenn sie sich auf die Verhältnisse des Anderen zu etwas Drittem hin öffnen kann, wenn ich also die Beziehung meines Gegenübers zu einer dritten Person annehmen und lieben kann. Genau das ist es, was wir mit Trinitätstheologie meinen: Gott ist die vollkommene, unbedingte Liebe, die in sich, in den trinitarischen Personen schon jede Andersheit verbürgt und uns damit in seine Liebe einschließt. Und das ist die Zusage an uns: Gott ist die unbedingte Liebe und in seiner Liebe wird er immer versuchen unsere Liebe in Freiheit zu gewinnen. Das scheint doch der größte Gedanke zu sein, den wir von Gott haben können, nicht wahr?