In der Regel fällt es mir meistens gar nicht so schwer von Ereignissen und/oder Begegnungen zu erzählen. Doch jetzt soll ich etwas schreiben zu einer Begegnung mit Gott! Dabei weiß ich gar nicht, ob ich Gott schon jemals getroffen habe. Schließlich ist das ja nicht so, als wenn ich irgendeine prominente Person getroffen hätte; z.B. ein Fußballidol, eine(n) Politiker(in) oder einen der Stars aus der Unterhaltungsbranche. Von solchen Treffen wäre das Erzählen viel einfacher – weil greifbarer. Ich hätte garantiert diese Person noch ganz aktuell vor Augen. Aber Gott, den habe ich vielleicht schon mal getroffen, aber noch nie gesehen, nie als Gott wahrgenommen und vor Augen gehabt. Hier stellt sich die Frage: Ist Gott eigentlich eine Person? Und, wen oder was ich noch nie gesehen habe, kann ich auch nicht vor Augen haben. Darstellungen von einem alten bärtigen Mann oder einem Hirten bei seinen Schafen oder wie auch immer Gott auf den unterschiedlichsten Bildchen dargestellt wurde, die habe ich vor Augen. Aber ist das Gott? Ich kann mir auch vorstellen, Gott symbolhaft darzustellen. Nur an eine konkrete Begegnung kann ich mich nicht erinnern, schon gar nicht von ihr erzählen. Und doch glaube ich, dass Gott mir schon begegnet ist. Ich glaube, dass Gott an besten im DU anzutreffen ist. DU, das sind sicherlich ganz viele Menschen, denen ich bisher in meinem Leben begegnet bin, Menschen die ich liebe und die mich lieb haben. Menschen, die mich brauchen, und Menschen, die ich brauche. Dieses Du muss allerdings nicht zwingend personalisiert sein, nein. Auch alles um mich herum, der Ort, an dem ich lebe, die Gegend, in der ich meinen Urlaub verbringe; kurz: alles Schöne (oder auch nicht so Schöne) dieser Welt kann Gott sein. In diesem Zusammenhang fällt mir die „Geschichte vom kleinen Christen und vom kleinen Skeptiker“ ein. Sie erzählt von zwei Embryos, die sich im Mutterleib unterhalten über das Leben nach der Geburt. Am Ende sagt der kleine Christ zu dem kleinen Skeptiker, dass er – wenn er ganz still sei – spüren könne, wie sie (die Mutter) ihre Welt streichelt. Ich denke, wir alle können spüren, wenn Gott unsere Welt streichelt. Und zwar dann, wenn wir unserem DU mit Liebe begegnen und auch von unserem DU Liebe erfahren. Das sind die Situationen, in denen ich Gott begegnet bin.