Lehrerpastoral

Eine großflächige Werbung für ein Mineralwasser fiel mir vor Kurzem ins Auge: „Ich will wasserleben“. Ein interessantes Wortspiel: Ich will was erleben, ich will Wasser leben … Als Theologin denke ich da natürlich an Jesus, der sich selbst als lebendiges Wasser bezeichnet hat. Oder wie Eva Jung es formuliert und ins Bild setzt: Jesus, der Einschenker. Ob nun wasserleben, lebendiges Wasser, Einschenker oder, oder – alles hat damit zu tun, dass Menschen viel Flüssigkeit brauchen, um nicht auszutrocknen, dass unsere körpereigenen Tanks immer wieder aufgefüllt werden müssen, da mit wir nicht überhitzen oder schlappmachen. Das alles gilt auch im übertragenen Sinn: Heiße Tage gibt es nicht nur bei hohen Temperaturen, sondern auch im Hinblick auf Aktionen und Aktivitäten. Tage, an denen alles auf einmal erledigt werden soll, an dem jeder zerrt und tausend Dinge zu tun sind. Da läuft der eigene Tank nach und nach leer. Da braucht es sicher nicht nur ein erfrischendes Glas Wasser, sondern auch lebendig machendes Wasser, das dafür sorgt, dass man im Eifer des Gefechts nicht überhitzt oder total schlappmacht und keine Kraft mehr hat. „Spiritualität schützt vor Burnout“, sagt Prof. Hans Bucher. Menschen, die sich zurückbinden (eine „religio“ haben), fühlen sich eher getragen und sind daher weniger in der Gefahr, seelisch und geistlich auszubrennen. In diesem Sinne möchte Lehrerpastoral „Einschenker“ für Sie sein, indem die Sehnsucht nach lebendig machendem Wasser geweckt und der Durst danach gestillt wird. Eingeschenkt werden Auszeiten in geprägten Zeiten, auf einer Insel, einfach „just for fun“ mit kreativen Zugängen oder auch mit Coaching-Elementen zur Selbstvergewisserung. Prickelndes oder stilles Wasser, mit Geschmack oder ohne – es gibt viele Möglichkeiten, dem eigenen Ausbrennen entgegenzuwirken. Dass das notwendig ist, darauf hat schon vor etwa 900 Jahren Bernhard von Clairvaux Papst Eugen III. aufmerksam gemacht. In dem ganzen Getriebe, dem der Papst ausgesetzt war, ermunterte Bernhard diesen zur Unterbrechung und zum Atemholen, denn wer nicht dafür sorgt, dass die eigenen Akkus regelmäßig aufgeladen werden, der tut dies auf Kosten der eigenen Lebendigkeit und der eigenen Kreativität. Wir laden Sie daher herzlich dazu ein, sich hin und wieder sich selbst zu gönnen, sich etwas von uns einschenken zu lassen!