Die weiße Seite

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Die zwei letzten Stunden im Hotel. Gleich werden wir abgeholt und dann geht es wieder nach Hause. Ich liebe mein Zuhause, ich liebe meine Freunde, gerade vermisse ich alle & alles. Ich freue mich darauf, wie unsere Wohnung riecht, wenn ich die Tür aufschließe. Ich vermisse die Nachbarin, die samstags morgens um 8 Uhr anfängt zu fegen. Ist das der Sinn von Urlaub?

 

Ja... aber war das eigentlich der beste Urlaub aller Zeiten? In spätestens zwei Wochen vermisse ich das Meer wieder. Hätten wir mehr Bücher mitnehmen sollen? Ich habe zwei Wochen lang nicht mehr gewusst, welchen Wochentag wir haben. Notiz an uns: Wir sind keine Abenteurer.

 

Mein Mann und ich haben ein Ritual. Begonnen haben wir es auf unserer letzten großen Reise. Es braucht dafür nur ein kleines, schwarzes Notizbuch und einen Stift.

 

Wir haben auf dieser Reise begonnen, gemeinsam Tagebuch zu schreiben, ein Reisetagebuch. Immer im Wechsel. Mal haben wir schriftlich aufeinander geantwortet, mal nicht. Manchmal lag unser Tagebuch einfach nur so da, unberührt und hat ein paar Tage auf uns warten müssen.

 

Das schwarze Büchlein liegt nun, weitgereist, auf unserem Wohnzimmertisch. Der nächste Urlaub wird warten müssen - stattdessen tragen wir von Zeit zu Zeit ein, was uns in den Sinn kommt, zum Beispiel, wie wir den Tag verbracht haben. Wir schreiben aber auch auf, wie wir uns gerade fühlen, was uns beschäftigt und was uns gerade wichtig ist.

 

Mir ist dieses kleine Buch sehr wichtig geworden. Oft lese ich schmunzelnd in den Erinnerungen.

 

Für mich hat Tagebuch schreiben, ob allein oder mit jemandem im Wechsel, etwas sehr heilsames. Es darf ganz selbstverständlich nur um uns gehen: unsere Gefühle und Gedanken stehen im Vordergrund, niemand urteilt über die Notwendigkeit oder Besonderheit des Geschriebenen. Es muss für niemanden bedeutsam sein – außer für uns selbst.

 

Tagebücher leben von der Nostalgie. Die Erinnerungen sind immer etwas weicher gezeichnet, die Tage waren immer etwas aufregender, die Musik klangvoller, der Himmel blauer, das Eis köstlicher, das Meer klarer als es wohl gewesen ist.

 

Ich glaube, es gibt ganz viele gute Gründe, ein Tagebuch zu schreiben. Mir hilft es vor allem, mich zu erinnern und mir bewusst zu machen, welch schöne, fröhliche Zeiten wir durchlebt haben, an welchen Tagen wir traurig oder besorgt waren. Das lässt mich das Heute und das Morgen oft neu bewerten. Egal ob täglich, wöchentlich oder nur ab und zu. Die nächste weiße Seite wartet darauf gefüllt zu werden.

 

Was würdest Du heute schreiben?

 

 

Melina Sieker, Abt. Schulpastoral

 


Sing mal wieder

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 „Singst du dir in der Dusche selbst was vor?“ Ganz ehrlich?! Unter der Dusche zu singen ist einfach großartig, denn ich mag die gute Akustik unter dem Wasserstrahl. Und anschließend starte ich frisch geduscht, entspannt und gutgelaunt in den Tag.

 

Das Tolle am Gesang ist nämlich, dass er richtig gesund ist. Denn durch das Singen wird die Haltungsmuskulatur gestärkt, Atmung, Lunge und Herz trainiert. Außerdem zeigen verschiedene Forschungsergebnisse, dass der Körper beim Singen die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol reduziert, das Stressbekämpfungshormon Oxytocin freisetzt, zusätzlich Glückshormone produziert und somit gemütsaufhellend wirkt. Kurzum: Singen ist nicht nur gesund, Singen macht auch glücklich!

 

Aber jetzt mal ganz ehrlich: Wann hast du zum letzten Mal gesungen?

 

Immerhin gilt Singen als die „eigentliche Muttersprache der Menschen“ (Yehudi Menuhin). Zudem kann ich davon berichten, dass es mir während des Singens besonders gut gelingt, meinen Glauben auszudrücken, denn „wer singt, betet doppelt“ (Hl. Augustinus).

 

Und auch wenn das Singen der Gemeinde im Gottesdienst und auch Chorproben derzeit (noch) nicht wieder erlaubt sind, bietet uns der Alltag so viele tolle Gelegenheiten zum Singen. Zum Beispiel können wir singen, um …

 

… ein Kind in den Schlaf zu lullen.

 

… jemandem „Ich liebe Dich“ zu sagen.

 

… Schmerzen für einen Augenblick zu vergessen.

 

… Stille zu durchbrechen.

 

… uns im Videochat gesellig beim Kaltgetränk zu amüsieren.

 

… im Auto den Ohrwurm aus dem Radio abzufeiern.

 

… auf dem Sofa unsere Lieblingsmannschaft anzufeuern.

 

… dem eigenen Glauben Ausdruck zu verleihen.

 

… (Hier ist Platz für Deine Ideen!)

 

Solltest Du noch weitere Eindrücke und Ideen zum Singen benötigen, kannst du auch die Band Wise Guys (engl. für Besserwisser) fragen. Also, „Sing mal wieder“:

PS: Mitsingen erlaubt :-)

 

Martin Steffens (Abt. Schulpastoral)


Der Lieblingsplatz

Zugegeben: In der augenblicklichen Corona-Situation darf ich mich wohl zu den bevorzugten Menschen zählen. Auch wenn für mich natürlich die einschränkenden Maßnahmen genauso gelten wie für alle anderen auch. Ich will mich auch gerne zum Wohle aller daran halten.

 

Trotzdem war und ist das Leben nicht so leicht und unbeschwert wie vor Corona – wenn Leben überhaupt leicht sein kann.

 

Aber wir haben einen großen Garten, in dem wir in den vergangenen Wochen bei herrlichstem Wetter viel Zeit verbringen konnten. Zeit, die uns „zugemutet“ wurde, weil wir kaum etwas anderes machen konnten: Freunde treffen – ging nicht, Familienfeiern - fielen aus , shoppen gehen - war nicht möglich, da fast alle Geschäfte geschlossen waren. Auf Abstand leben hieß und heißt die Devise.

 

In diesem Garten lässt es sich gut aushalten. Zumal ich hier auch meinen „Lieblingsplatz“ habe, auf dem ich immer wieder gerne sitze. Von hier aus die Blicke durch den Garten schweifen lassen, das verspricht Entspannung und vermittelt einen ganz neuen Blick auf Gottes Schöpfung. Da sprießen Blumen, Kräuter und erste Salatpflanzen aus dem Boden. Da blühen die Bäume und die Bienen tummeln sich an den Blüten. Täglich lässt sich beobachten, wie sie wieder ein Stückchen gewachsen sind. Wie heißt es doch im 1. Buch Mose: „Dann sprach Gott: Das Land lasse junges Grün wachsen, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, und von Bäumen, die auf der Erde Früchte bringen mit ihrem Samen darin. So geschah es. Das Land brachte junges Grün hervor, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, alle Arten von Bäumen, die Früchte bringen mit ihrem Samen darin. Gott sah, dass es gut war.“ (Gen 1, 11-12)

 

Und während ich hier an meinem Schreibtisch sitze (leider nicht auf dem Lieblingsplatz) und diese Gedanken zu Papier bringe, klopft ab und zu Regen an das Fenster. Und ich sehe, dass dies auch gut ist, weil die Pflanzen und Bäume den Regen dringend brauchen und freue mich schon wieder auf meinen Lieblingsplatz.

 

Mein Tipp: Sollten Sie noch keinen Lieblingsplatz haben, dann suchen Sie sich einen. Denn so ein Lieblingsplatz lässt Sie das Leben mit ganz anderen Augen sehen und es wohlwollend wahrnehmen.

 

Bleiben Sie zuversichtlich. Gott findet seine Schöpfung gut. Wir sollten es ihm gleich tun!

 

Wolfgang Tuschhoff

Kirche und Schule in den Dekanaten und pastoralen Räumen

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Von blank liegenden Nerven, einem Straßenfeger und einem Eis als Rettung

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Irgendwie liegen die Nerven blank. Nun liegen schon sieben Wochen hinter uns, in denen wir auf Distanz leben. In denen der Alltag weg ist, in denen keine Schule, keine Kita, keine Gottesdienste, keine Restaurantbesuche, kein normales Leben stattfindet.

 

So langsam geht uns die Puste aus. Am Anfang, da gab es viele tolle Ideen, wie man diese Zeit füllen kann. Es gab ganz viele Tipps zur Beschäftigung der Kinder und man konnte sich den großen Projekten im Haus oder in der Wohnung widmen. So langsam sind alle Projekte beendet, viele Bücher gelesen, Spiele gespielt, Dinge gebastelt, Pflanzen gepflanzt. Wir waren viel in der Natur und haben alle möglichen Sachen ausprobiert, die man uns per Whatsapp zugeschickt hat. Wir haben vielleicht die Nachricht von der Kurzarbeit noch gelassen aufgenommen und gedacht „wird schon wieder“.

 

Aber noch ist alles anders. Langsam kippt die Stimmung. Die Existenzsorgen nehmen vielleicht Überhand. Die Einsamkeit belastet. Die Sehnsucht nach geliebten Menschen drückt die Stimmung in den Keller. Jede und jeder von uns hat derzeit seine ganz eigenen Sorgen und Nöte. Wie lange noch? Wann kehrt endlich der – oft so verhasste, aber doch gar nicht so schlechte – Alltag wieder ein? Wann muss ich endlich nicht mehr um meinen Arbeitsplatz bangen? Wann kann ich wieder ganz einfach zum Einkaufen gehen? Wann läuft Schule wieder wie normal? Wann kann ich endlich wieder ohne Probleme meine Eltern besuchen? Wann können Kinder wieder zusammen spielen? Wann muss ich mich nicht mehr zerteilen zwischen Homeoffice (wenn das überhaupt möglich ist), Kinderbetreuung und Home-Schooling? Oder wann kann ich endlich abends wieder in einem Restaurant mit Freunden essen? Wann hat die Einsamkeit in meiner Wohnung ein Ende? Wann gibt es wieder Feiern? Wir warten auf den großen Schlag, auf die großen Veränderungen. Wann ist alles wieder so, wie wir es kannten??

 

Wahrscheinlich weiß es nur der liebe Gott, wie lange wir noch in dieser Situation leben müssen.

 

Es wird vermutlich länger dauern als wir es uns bislang vorstellen konnten. Bis dahin heißt es durchhalten. Vielleicht hilft uns dabei Beppo, der Straßenfeger:

 

Schritt für Schritt

 

Der alte Straßenkehrer Beppo verrät seiner Freundin Momo sein Geheimnis: Es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedesmal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen. Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten. Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein. Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste. Das ist wichtig. [1]

 

Ja, das ist wichtig. Nicht aus der Puste kommen. Immer nur Schritt für Schritt denken. Ein Schritt nach dem anderen. Und nicht an die ganze Straße denken. Wir können die derzeitige Situation nicht ändern, wir können nur damit umgehen. Dass wir an manchen Tagen in unseren Sorgen, Nöten und Ängsten scheinbar untergehen, ist nachvollziehbar und verständlich - es ist menschlich. Aber vielleicht hilft es Ihnen und mir, dass wir immer einen Schritt nach dem anderen gehen. Und nicht zu viel denken, denn zu viel Nachdenken ist bekanntlich wie Schaukeln: man ist zwar beschäftigt, kommt aber kein Stück voran. Vielleicht sollte man sich stattdessen einfach in die Sonne setzen und sich eine Kugel Eis gönnen. Nur ganz kurz. Ganz kurz alles vergessen. Das ändert die Situation zwar nicht, macht sie aber deutlich erträglicher. Die Augen schließen und das Eis essen. Und dann geht es weiter. Immer einen Schritt nach dem anderen.

 

Ich hol mir jetzt ein Eis!

 

Dr. Katharina Lammers (Hoch-/Schulpastoral)

 

[1] Aus Momo von Michael Ende. Zitiert nach: Typisch!

Kleine Geschichten für andere Zeiten. Hrsg. v. Andere Zeiten e.V., 13. korr .

Aufl., Hamburg 2005, 45.

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Der Blick ins Detail – Warum sich ein Lupenblick lohnt!

„Paderborn einmal anders entdecken – eine meditative Stadtführung“ – mit diesem Titel habe ich eine Veranstaltung für Lehrerinnen und Lehrer in unserem Veranstaltungskalender angekündigt, die am letzten Wochenende stattfinden sollte.

 

15 Interessierte hatten sich bis zum März schon angemeldet, die meine dann erfolgte Absage bedauerten.

 

Auch ich finde es richtig schade, dass ich mich nicht mit ihnen auf den Weg durch Paderborn machen konnte, um die Stadt auf eine besondere, besinnliche Weise – jenseits von sonst üblichen Zahlen, Daten und Fakten – zu erleben. Abseits vom Trubel, mit viel Zeit und Muße und mit ein paar Gedankenimpulsen und Achtsamkeitsübungen sollte diese Erkundung Paderborns erfolgen.

 

Doch halt: abseits des Trubels, mit Zeit und Muße? Das können wir doch gerade in dieser Zeit auch als Chance betrachten, denn diese Voraussetzungen haben wir jetzt sozusagen ‚frei Haus‘ und müssen solche sonst eher stillen Orte und Zeiten nicht erst bewusst suchen.

 

Und so möchte ich Sie virtuell zu zwei Stationen meiner Stadtführung mitnehmen und Sie dabei zu einer Betrachtungsweise einladen, die Sie Ihrerseits auch an jedem anderen Ort allein, zu zweit oder mit Ihrer Familie ausprobieren können.

Hier sehen Sie die alte Linde auf dem Kleinen Domplatz, nord-östlich vom Dom aus gelegen. Dieser Baum ist tagsüber oft dicht von parkenden Autos umgeben und fällt vielen Passanten meist nicht auf. Dieses über 400 Jahre alte Naturdenkmal einmal genauer zu betrachten, lohnt sich jedoch. Eine wahre Entdeckungsreise kann man machen, wenn man sich diesem imposanten Baum einmal aus der Nähe im Detail anschaut: ihren vielfältig geformten, von dicker Rinde umgebenen Stamm, seine Verletzung durch einen Blitzeinschlag, die vielfältigen Verästelungen, die jungen Triebe, ihr Blätterdach: jahrhundertealte Elemente, knorrig, abgestorben wirkend und dann doch überraschend neues frisches Grün preisgebend.

Ich gebe an dieser Station gerne den Teilnehmenden meiner bisherig durchgeführten Stadtführungen die Aufgabe, sich einmal ein 20 cm x 20 cm große Fläche am Baum auszusuchen und wie unter einer Lupe ganz genau anzuschauen: Formen zu erkennen, besondere Perspektiven oder Durchblicke zu erproben, Licht und Schattenspiele wahrzunehmen, ggf. kleine Lebewesen zu entdecken.

 

Oft entstehen anschließend anregende Gespräche über diese Erkundung im Detail: Jede und jeder hat etwas anderes oft Spannendes, rätselhaft Erscheinendes, ihn Berührendes entdeckt, und manche äußern auch reflektierend ihr Erstaunen: „Wir sind schon so oft an diesem Baum vorbeigegangen, aber so genau hatte ich ihn mir noch nie angeschaut.“

 

Wir sind als Erwachsene eher die großen Panoramen, das Betrachten des großen Ganzen gewohnt: begeistern uns für die Silhouetten von Städten, für die spektakulären Bergspitzen oder die Weite des Meeres aus der Höhe eines Flugzeugs, einer Seilbahn – immer in weiter Distanz.

 

In dieser Zeit des Stillstands, der regionalen Begrenzung können wir wieder lernen, den Blick aufs Detail zu lenken: eine Gabe, die Kinder besitzen. Sie können Wundersames im Kleinen entdecken und darüber staunen. Da wir alle einmal Kinder waren, bestehen gute Chancen, dass wir das auch wieder lernen, und erinnern können. Zusammen mit ihnen können wir (wieder) über die Vielfalt von Farben und Formen des Wunderwerks Baum (wieder) überrascht sein und diese grünen Lebewesen auch als Teil der Schöpfung Gottes neu bewundern und ihnen mit Achtsamkeit und Achtung begegnen.

 

Probieren Sie es einfach einmal aus, wenn Sie hier in Paderborn leben oder suchen Sie sich einen Baum in Ihrer Umgebung: Üben Sie einmal den Lupen-Blick ein, seien Sie offen für Überraschungen und Assoziationen, aktivieren Sie Ihre Phantasie beim Betrachten der kleinen Details! Vielleicht urteilen auch Sie abschließend: Das war eine tolle Erfahrung und eine spannende Entdeckungsreise im Detail!

 

Eine andere Möglichkeit als, Familie oder zu zweit einen Ort neu und achtsam zu erkunden, ist folgende: Fertigen Sie von ihm Detailfotos - gerne auch aus ungewöhnlicher Perspektive - an und bitten an schließend die anderen/den anderen darum, den abgelichteten Ausschnitt wiederzufinden. Mit Smartphones kann man hier bequem Fotos anfertigen und an die anderen mobilen Geräte senden und so die spannende, um ein spielerischeres Element erweiterte Entdeckungstour eines abgegrenzten Ortes starten.

 

Ich setze diese Methode zum Beispiel gerne im Kreuzgang des Paderborner Doms ein: ein ruhiger Ort, der den Innenhof des ehemaligen Domklosters mit dem berühmten 3-Hasen-Fenster umgibt. Viele bildreich gestaltete Epitaphe zieren hier die Wände und es braucht schon ein wenig Geduld und Ausdauer, diese hier fotografierten Details in den vielen steinernen Kunstwerken wiederzufinden.

Wenn Sie in der Nähe des Kreuzgangs sind, machen Sie sich doch einmal auf die Suche und schicke Sie mir Ihre Lösung in Form eines Fotos von dem jeweiligen Epitaph zu!

 

Sind Sie weiterhin neugierig? Dann lade ich Sie ein, die Originalorte zu diesen zwei weiteren Detailfotos zu finden: Das erste Foto zeigt eine besondere Pader-Quelle und das zweite den bekannten Paderborner Pfau. Kleiner Tipp: Er befindet sich im Paderborner Dom!


Ich freue mich über Ihre Mails.

 

Dr. Heike Bee-Schroedter (Lehrerpastoral)

email: heike.bee-schroedter@erzbistum-paderborn.de

 

Alle Fotos: Heike Bee-Schroedter


Wie wäre es, wenn ….

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Eine Umarmung, ein gemeinsamer Ausflug, ein Abendessen im Restaurant - es sind die kleinen Dinge, auf die sich viele Menschen gerade freuen, wenn das Gröbste überstanden und die Ausgangsbeschränkungen gelockert werden. Für die Zeit nach Corona wird die Liste mit Wünschen, Träumen und To-Do´s mit jedem Tag länger und länger. 

 

Der 20. April galt für viele von uns als der Tag, an dem wir unserer Normalität ein Stückchen näherkommen und in unseren geordneten Alltag zurückkehren können.

 

Aus der Traum! Stattdessen weiterhin Ausgangsbeschränkungen, Home-Office und Lieferservice.

 

Zwei weitere Wochen, geprägt von Hoffnung, Sehnsucht, die Bereitschaft den Experten zu vertrauen und alle fragen sich: Wann kommt die Rückkehr zur Normalität tatsächlich und wie wird sie aussehen?

 

Starten wir ein kleines Gedankenexperiment:

 

Wie wäre es, wenn wir einen guten Freund endlich wieder in den Arm nehmen können? Alte Vertrautheit oder doch ein unsicheres Gefühl?

 

Wie wäre es, wenn wir uns morgens wie gewohnt auf den Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Kindergarten machen? Genervt vom Gewusel auf den Straßen oder Freude am hektischen Alltagsleben?

 

Wie wäre es, wenn wir die Mimik unseres Gegenübers, das ehrliche Lachen nicht mehr ohne Verzögerungen, sondern live und in Farbe wahrnehmen können? Lassen wir uns anstecken vom Lachen oder hetzen wir wieder direkt zum nächsten Termin?

 

Wie wäre es, wenn unsere digitalen Geräte (Handy, Smartphone, Laptop und Tablet) für einen Moment nicht unser wichtigster Begleiter wären? Panische Suche nach dem digitalen Partner der letzten Tage oder Fokussierung auf unser Gegenüber?

 

Wie wäre es, wenn wir in unserer Mittagspause volle Cafe´s und Eisdielen sehen und Menschen mit einem Lächeln durch die Stadt laufen und die Freiheit des Ausgehens sichtlich genießen? Glücksgefühle und oder der Wunsch nach Ruhe und Stille?

 

Wie wäre es, wenn wir bei unserem Einkauf im Supermarkt haufenweise Toilettenpapier in den Regalen vorfinden würden und ein Einkauf mit der ganzen Familie nicht zur Besonderheit gehört? Erhöhter Stresspegel oder gewohnter Anblick?

 

Wie wäre es, wenn wir bei einem Telefonat einfach sagen könnten: „Sollen wir das nicht bei einem Kaffee in der Stadt bereden?“ Bequemes Telefonat oder aufwendiger Besuch?

 

Wie wäre es, wenn uns bei einem Spaziergang andere Menschen auf schmalen Wegen entgegenkommen? Rücksichtsvoller Blickkontakt und Ausweichmanöver oder leeres Aneinander vorbeigehen?

 

Wie unsere Rückkehr zur Normalität tatsächlich sein wird, bleibt weiterhin ungewiss und liegt wohl an jedem von uns.

 

Aber diese Vorstellung bereitet mir Freude und lässt mich weiter hoffen – auf ein Danach. Auf eine gewisse Spur von Normalität.

 

Manchmal ist es vielleicht nicht so, wie man es sich wünscht und ausmalt, und dennoch hat dieses „Ausmalen“ und „Sich-in-Gedanken-verlieren“ auch etwas Positives: Für mich lässt es meine Vorfreude auf ein Wiedersehen mit Freunden, Familie, Kollegen – die Vorfreude auf einen Arbeitsalltag, der nicht in den eigenen 4 Wänden stattfindet – die Vorfreude auf Umarmungen, gemeinsamen Sport und Grillabende - höher springen.

 

Es gibt mir Zuversicht und Vertrauen darauf zu hoffen, dass es eines Tages wieder möglich sein wird, zu seinem vorher so völlig normalen Alltag zurückzukehren und ermöglicht dabei die Chance, diese Normalität - die vielleicht das ein oder andere Mal als eintönig oder langweilig wahrgenommen wurde - in einem völlig anderen Licht zu sehen und sich an Kleinigkeiten zu erfreuen, die für uns für eine lange Zeit eben nicht möglich waren!

 

Ich jedenfalls kann den Moment nicht erwarten, an dem der Alltag wieder Einzug erhält. Vielleicht schaffe ich es ja, etwas von der aktuellen Sehnsucht und den Erkenntnissen mitzunehmen und mir dem Wert echter Gemeinschaft bewusst zu werden, anstatt wieder in den üblichen Trott zu geraten.

 

Und vielleicht bleiben ja auch einige der Dinge, die uns in den derzeitigen Tagen prägen, weiterhin bestehen und Solidarität, Rücksicht, Nachbarschaftshilfe und der wertschätzende Blick für systemrelevante Berufsgruppen werden in unseren Alltag übernommen.

 

Ich glaube, dass unsere Welt nach Corona eine andere sein wird – und ich hoffe, dass das Positive überwiegt und bleibt!

 

Judith Peters (Schülerpastoral)


Frohe & gesegnete Ostern 2020!

Es ist Ostermontag. Eigentlich ein Tag zum Feiern in unserem christlichen Glauben: Jesus Christus ist auferstanden. Und doch fühlt es sich dieses Jahr ganz anders an. Die Ostermesse findet online statt, Freunde darf man nicht besuchen, auch die ganze Familie darf nicht vorbei kommen, mit den Kindern kann man nicht auf den Spielplatz gehen, zwar kann man spazieren gehen, aber selbst da muss auf den Abstand geachtet werden. Alles ist komisch und anders in diesem Jahr. Ist das überhaupt noch Ostern? Kann ich Ostern dieses Jahr überhaupt erleben?

 

Ich finde – Ja! Vielleicht jetzt erst, weil wir uns ganz bewusst Zeit nehmen können, um das biblische Ostergeschehen zu verstehen und es auf eine ganz andere Art und Weise erleben zu können. Wir werden nicht mehr abgelenkt von dem Stress rund ums Kochen, rund um den gemeinsamen Treffpunkt, rund um den perfekten Ablauf aller Freizeitaktivitäten für die Kinder, rund um unseren eigenen Anspruch immer alles perfekt machen zu müssen. Und doch bleibt dort ein Gefühl, ganz tief und in mir, das mir sagt, dass ich den Ostermontag nicht als Ostermontag erleben kann.

 

Doch was ist diese Erfahrung an Ostermontag, nach der ich mich trotzdem so sehne? Und die ich trotzdem, vielleicht jetzt erst recht, so sehr benötige? Und wie kann ich diese Erfahrung an diesem ganz anderen Ostermontag erleben?

 

Für mich persönlich ist es der staunende Augenblick, den die Emmausjünger auf ihrer Reise mit dem auferstandenen Jesus im Lukasevangelium (Lk 24,12-35) erleben. Das Besondere an dem Moment des Staunens hängt mit dem Erkennen zusammen, das Erkennen des auferstandenen Jesu. Erst nachdem Jesus mit ihnen zusammen das Abendmahl speiste und dabei das Brot teilte und den Lobpreis sprach (Lk 24,30), werden die Augen der Jünger immer größer. Plötzlich erkennen sie, dass der Mann vor ihnen, der wahrhaftig auferstandene Jesus Christus ist. Auf dem gesamten Weg zuvor, sind sie gemeinsam mit Jesus gelaufen, haben ihn über die Geschehnisse an Karfreitag und über das leere Grab am Morgen in Kenntnis gesetzt. Obwohl sie ihm gegenüber standen und mit ihm redeten, erkannten sie ihn nicht, sie staunten nicht. Warum die Jünger Jesus vorher nicht erkannt haben, darüber lässt sich nur munkeln und spekulieren. Eins wird aber deutlich: Ab dem Moment, in dem sich die Jünger auf Jesus und seine Handlung besinnen, sich also Zeit nehmen, Zeit nehmen zum Staunen, ab diesem Moment erkennen sie ihn leibhaftig. Ab diesem Moment können sie auch die Nachricht von dem auferstanden Jesu weitertragen und in die Welt hinaustragen (Lk 24,34), sie können sich ihrer Herzensangelegenheit hingeben und das Staunen weitergeben. Manchmal braucht es einen staunenden Moment, einen Moment, in dem man sich einlässt auf die Situation und die Person vor einem und mit dieser Person weiter Zeit verbringt. Das Staunen ist gerade in dieser Zeit so wichtig für uns: Es gibt uns Kraft, Hoffnung und Mut und zaubert uns trotz dieser schwierigen Zeit ein Lächeln auf die Lippen. Und genau diesen Augenblick des Staunens, der uns zeitgleich mit Jesus Christus verbindet, können wir auch an diesem Ostermontag, in dieser Zeit, auf ganz unterschiedliche Art und Weisen erleben.

 

Im Weiteren finden Sie zwei kleine Anregungen, wie sie mit einfachen Mitteln, andere, ihre Kinder und vielleicht auch sich selbst zum Staunen bringen können:

Frühlingszwiebeln nachziehen

Es klingt so banal und einfach, das ist es auch. Aber auf mich hat es eine ganz besondere Wirkung und ich staune jeden Tag aufs Neue über diese wunderbare Schöpfung. Schneiden Sie 2-3 cm einer Frühlingszwiebel mit der Wurzel ab und stellen Sie den Wurzelrest in ein Glas Wasser. Wechseln Sie das Wasser täglich. Von Tag zu Tag können Sie dem Nachwachsen der Frühlingszwiebel zuschauen. Schon nach wenigen Tagen ist ein großer Anteil der Frühlingszwiebel nachgewachsen und kann erneut verzehrt werden. Erstaunlich für Groß und Klein!

@Lea Schmidt
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Flüssigkeit oder Feststoff?

Eigentlich können wir im Alltag ganz gut unterscheiden, ob ein Gegenstand flüssig, fest oder doch gasförmig ist. Das wurde uns schon in der Schule schon so beigebracht. Doch auch hier können wir ganz schnell staunen. Und das geht wie folgt: Speisestärke und Leitungswasser in einem Verhältnis von 2:1 in einer Schüssel vermischen und nach Belieben Lebensmittelfarbe hinzufügen. Beim Verrühren werden Sie schon merken, dass etwas anders ist als sonst. Irgendwie ist das Gemisch flüssig, aber irgendwie auch nicht. Das merken Sie besonders, wenn sie einmal langsam mit dem Zeigefinger hineintauchen und ein anders mal deutlich schneller. Beim ersten Mal werden sie ohne Probleme das Gemisch durchdringen können, beim zweiten Mal werden sie dagegen auf eine harte Wand stoßen. Einfach nur zum Staunen für Groß und Klein.

@Lea Schmidt
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Probieren Sie beides gerne aus. Bei Fragen zur Durchführbarkeit, können Sie sich gerne an mich wenden. Schicken Sie uns gerne Ihre Momente, die Sie persönlich zum Staunen bringen zu. Aus allen Einsendungen erstellen wir eine Wortwolke und laden sie hier hoch. Schicken Sie Ihre Ideen

und Momente per E-Mail an Lea.Schmidt@erzbistum-paderborn.de.

 

Wir freuen uns auf Ihre Momente des Staunens!

 

Lea Schmidt (Pastoralassistentin)


Was halten Sie von Kettenbriefen?

Möglicherweise nicht viel? Ich zumindest wurde bereits als Kind davor gewarnt und durfte auch nie einen Kettenbrief weiterschicken. Das hat mir meine Mutter immer verboten. Wenn also die Kette nicht schon vorher unterbrochen war - spätestens bei mir war das dann der Fall. Diese ablehnende Haltung hat sich bei mir sehr eingeprägt und daher reagiere ich auf solche Kettenbriefe per WhatsApp oder Mail wirklich allergisch. Kettenbriefe heute erreichen die Menschen tatsächlich am ehesten über die sozialen Netzwerke; die frühere Variante per Post ist nahezu ausgestorben. Normalerweise wird man aufgefordert, den Brief zu kopieren und an mehrere Empfänger zu schicken. Früher wie heute werden teils dramatische Folgen angedroht, wenn man den Brief nicht verschickt und die Kette unterbricht. Belohnungen winken allerdings denjenigen, die mitmachen, auf jeden Fall aber viele weitere Briefe/Nachrichten von verschiedenen Menschen.

 

Also sollte man von Kettenbriefen also die Finger lassen? Vielleicht gibt es aber auch eine andere - angenehme - Variante des Kettenbriefs? Eine, die uns erfreuen kann, auch ohne die Erwartung von Bestrafung beim Unterbrechen oder einer Belohnung oder Briefen von „neuen Freunden“? Ich glaube, es gibt eine gute Form des Kettenbriefs! Dazu gibt es weiter unten zwei Anregungen, aber zunächst eine Frage:

 

Wer von Ihnen bekommt noch echte Briefe? Vermutlich sind das nicht so viele, wie die folgende Erfahrung zeigt: Bei einer Veranstaltung - eine Auszeit im Alltag - haben eine Kollegin und ich nämlich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Beginn gefragt, wann sie das letzte Mal einen Brief bekommen haben. Die Antworten waren ernüchternd. Manche bekamen Post zum Geburtstag (von der Oma), hin wieder gab es einen echten Liebesbrief (selten) und einige konnten nur von Briefen vom Einwohnermeldeamt berichten. Wie schade!

 

Dabei sind wir, wenn wir dem Apostel Paulus im 2. Korintherbrief folgen, ein Empfehlungsschreiben, ein Brief Christi: „Unser Brief seid ihr; eingeschrieben in unsere Herzen und von allen Menschen erkannt und gelesen. Unverkennbar seid ihr ein Brief Christi, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern - wie auf Tafeln - in Herzen von Fleisch.“ (2. Kor. 3, 2-3).

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Was für eine wunderbare Zusage! Wir sind ein Brief Christi, sein Empfehlungsschreiben an die Welt, beseelt mit dem Geist Gottes. Das ist Zusage und Auftrag zugleich! Das gilt für jede und jeden von uns selbst und für alle anderen Menschen gleichermaßen. Wäre es da nicht mal - ganz praktisch gedacht - eine angemessene Antwort, den anderen Empfehlungsschreiben schöne Post zukommen zu lassen? Echte Briefe zu schreiben? Es gibt sicher für jede und jeden von uns viele Menschen, die uns am Herzen liegen, sozusagen in unsere Herzen eingeschrieben sind. Ihnen können wir in dieser Zeit jetzt etwas Gutes tun. Gestalten Sie in diesem Jahr doch einmal ausgiebig „Osterpost“. Viele Menschen können wir an den Feiertagen ja nicht persönlich treffen, aber mit einem Brief können wir einen kleinen Ausgleich schaffen.

 

Außerdem können diese Briefe noch verziert werden. Es gibt tolle Materialien (vielleicht haben Sie noch buntes oder gemustertes Papier zu Hause), gute Anleitungen im Internet für schöne Schriften, Blüten und Blätter aus der Natur zum Aufkleben und natürlich auch normale Buntstifte, die den Briefen einen persönlichen Ausdruck verleihen. Und diese schön gestalteten Briefe verschicken Sie an Familienmitglieder, die Sie jetzt zu Ostern nicht treffen können, an Freunde und Verwandte. Schicken Sie Sie per echter Briefpost! Ich bin sicher, dass die Freude bei den Empfängerinnen und Empfängern groß sein wird.

 

Und eine weitere Idee, eine Variante des Kettenbriefs gäbe es auch: Denken Sie sich doch einmal den Anfang einer Geschichte aus. Eine Geschichte über etwas, das Sie gerade beschäftigt in dieser Zeit oder eine Geschichte über ein tatsächliches oder erfundenes, schönes Erlebnis, oder, oder...Schreiben Sie einen Anfang auf und schicken Sie diesen Anfang Ihrer Geschichte an einen Menschen, von dem Sie glauben, dass er oder sie die Geschichte weiter schreiben wird. Bitten Sie diese Person, die nun „gewachsene“ Geschichte wiederum an eine Person weiterzuschicken, die weiter schreibt, und dann an die nächste und so weiter. Sie müssen gar nicht wissen, wie es weitergeht und wer Ihre Anfangsgeschichte wie weiter entwickelt! Vertrauen Sie darauf, dass es weiter geht! Wer weiß, vielleicht landet die Geschichte sogar wieder bei Ihnen, aber rechnen Sie eher nicht damit ;-) Am schönsten ist es aus meiner Sicht, wenn das auch per echter Briefpost geschieht! (Aber sicher ist das auch per Mail möglich.)

 

Setzen Sie eine Kette in Gang, einen Kettenbrief ohne Drohungen und ohne Versprechungen. Ein Kettenbrief-Experiment!

 

Ich wünsche Ihnen beim Osterbriefe-Schreiben und beim Kettenbrief-Experiment viel Vergnügen! Denken Sie immer daran: Sie sind ein Empfehlungsschreiben Christi!

 

Adelheid Büker-Oel (Abt. Schulpastoral)

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(Brett-)Spiele – und die Zeit vergeht wie im Flug

Peter L. Berger gibt folgende Gedanken zum Thema „Spiel“ und „Spielen“ wieder:

 

Das Spiel und das Spielen gehören zu jeder Kultur dazu, es ist ein menschliches Bedürfnis seit jeher, zu spielen. Dabei ist es nicht wichtig, wie alt man ist - Spiele gehören zum Leben dazu. Ob es die einfache Runde „Maumau“ ist oder das lange, komplexe Brettspiel über Stunden: Spielen setzt für einen Moment die ernsten Regeln der Welt außer Kraft, die Zeitstruktur ändert sich und man denkt in Runden statt in Stunden. Man könnte es sogar eine „Enklave der ernsten Gesellschaft“ nennen, also eine kleine „Insel“ außerhalb der Sorgen, die uns gerade beschäftigen. Schlichtes und einfaches Ziel des Spieles ist es, Spaß zu haben und miteinander Zeit zu verbringen. Manchmal fühlt es sich schon nach einer kleinen Ewigkeit an, wenn man nicht genug von Runde zu Runde bekommt. Die Zeit scheint anders zu laufen, man entfernt sich von der Alltagsstruktur, vergisst die Welt für einen Moment um sich herum, alle Sorgen und Nöte, die uns leider gerade sehr beschäftigen, Angst machen und Einschränkungen bedeuten.

 

Besonders gut ist ein Spiel dann, wenn es für diese Zeit Befreiung und Frieden vermittelt und vielleicht sogar die Wiederkehr zur Kindheit ermöglicht. Große und kleine Kinder vergessen nicht umsonst die Zeit, wenn das Spielen besonders viel Freude bereitet. Die Zeit vergeht dann wie im Flug! Es gibt sogar Transzendenz-Zeichen im Spiel, weil es über sich hinaus weisen kann und auch über die Natur des Menschen hinaus, gerade durch seine spezielle Zeitstruktur. Schon seit der Jungsteinzeit spielt der Mensch, Funde beweisen das. Über Jahrtausende hinweg wird in jeder Bevölkerungsschicht gespielt, in jedem Alter, egal ob Mann oder Frau, Junge oder Mädchen. Auch im alten Palästina gehörten vor allem Würfelspiele zum Alltag, zu römischen Zeiten wurde sogar schon Mühle gespielt und das asiatische Spiel „Go“ hat eine Jahrhunderte andauernde Tradition.

 

Entdecken also auch Sie und ihre Familie die schönen Seiten des (analogen) Spielens, des Alles-um-sich-Vergessens, die kurze Auszeit von Sorgen und Ängsten. Ich habe eine Empfehlungsliste zusammengestellt von eigens erprobten und sehr gerne gespielten Brettspielen, die die Zeit im Nu vergehen lassen!

Download
Empfehlungen Brettspiele
Liste Brettspiele-erweitert.pdf
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Hier finden Sie Spiele gegen Langeweile in der Familie oder mit dem Partner/der Partnerin. Die Spiele kann man trotz der Krise schnell und einfach bestellen, am Besten beim Buchhandel vor Ort oder im Spieleladen der Region, die auch versenden oder in unmittelbarer Nähe zu Paderborn ihren Standort haben, beispielweise gibt es in Bielefeld, Gütersloh und Horn-Bad Meinberg tolle Geschäfte und Händler, die auch jetzt über die sozialen Netzwerke oder Telefon Bestellungen abarbeiten. Unterstützen Sie gerade jetzt den Einzelhandel vor Ort bzw. in der Nähe!

 

Die meisten Anleitungen finden sich mittlerweile auch auf den üblichen Videoplattformen im Internet, also haben sie keine Scheu vor den komplexeren Spielen. Wenn dennoch Fragen aufkommen sollten, beantworte ich sie so gut ich kann.

 

Sarah Münsterteicher (Schulpastoral in der Grundschule)

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Verlosung: Gestalte dein Ostern kreativ!

  • Gewinne eines der Spiele auf der Liste. Lass dich überraschen!
  • Alle großen und kleinen Kinder bis 18 Jahren dürfen uns ihre schönsten Bilder, Collagen oder Gebasteltes per Post oder auch als Foto per E-Mail zusenden.
  • Sie können mehrere Einsendungen machen, wir freuen uns über jedes Kunstwerk, aber jeder Name kommt nur ein Mal in den Lostopf.
  • Die Teilnahme ist bis Mittwoch, den 08.04.2020 (Poststempel oder Eingangszeit der E-Mail ist entscheidend) möglich. Bitte geben Sie dabei den vollständigen Namen des Kindes an und eine E-Mailadresse oder Telefonnummer, unter der wir Sie erreichen können, falls sie gewonnen haben. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.
  • Die Verlosung und der Versand an den Gewinner/die Gewinnerin erfolgen in der Woche nach Ostern.
  • Schicken Sie das Bild postalisch an

Sarah Münsterteicher

Abteilung Schulpastoral

Domplatz 15

33098 Paderborn

…oder

per Mail an: Sarah.muensterteicher@erzbistum-paderborn.de

 

Wir freuen uns auf zahlreiche Kunstwerke!

www.unsplash.com
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Stärkung gegen die Langeweile

Seit einiger Zeit beherrscht der Coronavirus unseren Alltag. Seit Montag sind nun alle Schulen zu und vielleicht hat sie uns mittlerweile auch schon erwischt….die Langeweile! Was können wir in dieser schulfreien Zeit Sinnvolles tun? In den Medien finden wir dazu schon ganz viele wertvolle Tipps. So bin ich vor ein paar Tagen auf eine Liste im Internet gestoßen, die 101 kreative Ideen für die schulfreie Zeit vorschlägt. Vielleicht ist auch etwas für Sie und Ihre Kinder dabei:

Gerne möchte ich Ihnen aber noch eine 102. Idee mit auf den Weg geben. Das schöne Wetter zurzeit lädt ja gerade dazu ein, in die Natur oder in den eigenen Garten zu gehen. Dort können wir auf vielfältige Art und Weise kreativ sein und die Schöpfung Gottes erleben. Im eigenen Garten können wir nämlich ganz konkret erleben, wie aus etwas Kleinem etwas ganz Großes werden kann. Wenn Ihre Kinder also einmal Langeweile haben sollten, können Sie ihnen z.B. folgende kleine Aufgabe mit auf den Weg geben:

  • In eine Glasschale gebt ihr 14 Tage bis drei Wochen vorher humushaltige Erde. Zwischen den Glasinnenrand und der Erde legt ihr in etwa 2 cm Tiefe Weizenkörner (oder auch Kresse). Die Schale stellt ihr dann an einen warmen und hellen Ort in eurem Zimmer. Haltet sie immer etwas feucht. Ihr könnt nun langsam das Ausbreiten der Körner beobachten. Nach ein paar Tagen könnt ihr Keimling und deutliche Wurzelaustriebe beobachten.
  • Betrachtet nun das Weizenkorn einmal mit eurer ganzen Aufmerksamkeit. Eigentlich sieht es schon etwas mitgenommen aus oder? Es hat alle innewohnende Kraft aufgewendet, dass eine neue Frucht entstehen kann. In der Bibel findet ihr eine Stelle, in der geschrieben steht: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt, bringt es viele Frucht (vgl. Johannes 12,24). Der Same ist somit ein Symbol der Zukunft und der Hoffnung. Ebenso aber auch ein Hinweis auf den Tod und die Auferstehung.
  • Betrachtet nun die Keimwurzeln. Mit einem Vergrößerungsglas könnt ihr die sogenannten Wurzelhaare sehen, die die Wasser- und Nährstoffaufnahme übernehmen, wenn das Samenkorn schon abzusterben beginnt. In der Bibel findet ihr eine Stelle, in der geschrieben steht: Du hast sie eingepflanzt, und sie schlagen Wurzel, sie wachsen heran und bringen auch Frucht (vgl. Jeremia 12,2).
  • Betrachtet nun den Keimling. Noch ganz zart ist dieser junge Keimling. Doch er wird wachsen und Zwischenknotenstücke entwickeln und sein Halm legt sich eine Verstärkungsleiste an. Er wird groß und stark werden; Wind und Sturm können ihn nicht so leicht umlegen. Wenn er erstarkt ist und der Sommer kommt, wird er die Ähre hervorbringen und diese tragen. Auch dazu findet ihr in der Bibel eine passende Stelle: Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach (vgl. Matthäus 13,8).
  • Stellt euch nun einmal die Frage: Wo in eurem Leben könnt ihr Frucht bringen?

Gott hat jedem von uns Fähigkeiten und Stärken geschenkt, auf die wir bauen, die wir einsetzen und mit denen wir Gutes in dieser Welt tun können, gerade in dieser unruhigen Zeit. Vielleicht begleitet uns beim nächsten Spaziergang in der Natur die Frage: Wie kann ich in dieser ungewissen Zeit meine Fähigkeiten und Stärken sinnvoll einsetzen, für mich selbst, für meine Umgebung, für meine Familie und für diese Welt? Wo in meinem Leben kann ich ganz konkret Frucht bringen, vielleicht noch heute?

 

Zum Nachdenken über diese Frage eignet sich übrigens auch ganz hervorragend der folgende Tipp, den ich ebenfalls im Internet gefunden habe und der mich schmunzeln lies:

 

https://pfefferminzgruen.de/2019/09/maerchenhaftes-basteln-mit-tannenzapfen/

 

Kommen Sie gut durch die nächsten Wochen!

 

Hans-Bodo Markus (Schülerpastoral)


Gebet in der Coronakrise

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.